ASJ aktuell!

Hochwasserkatastrophe:
ASJ im Einsatz

In der Nacht auf den 15. Juli 2021 haben Wassermassen und Erdrutsche, verursacht durch Starkregen das Ahrtal verwüstet. Viele Menschen starben, noch mehr verloren alles, was sie besessen haben. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Die Hilfsbereitschaft war groß. Auch wir als ASJ haben spontan Projekte organisiert und umgesetzt. Wie viele Menschen hatten auch wir angesichts der dramatischen Situation im Ahrtal das Bedürfnis zu helfen. Am besten mit dem, was wir gut können: Kinder zusammenbringen, sie stärken, sie spielen und sich entfalten lassen. Es ist schon eine schlimme Vorstellung, dass Kinder ihre Sommerferien inmitten einer solchen Katastrophe verbringen müssen, da wollten wir für etwas Leichtigkeit sorgen.

So organisierten wir als ASJ Rheinland-Pfalz in den rheinland-pfälzischen Sommerferien zusammen mit weiteren rheinlad-pfälzischen Verbände wie der Naturfreundejugend, der DGB-Jugend, mit dem Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt und der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken blitzschnell Ferien- und Betreuungsangebote für Kinder- und Jugendliche. Von der vagen Idee eines Tagescamps bis zum Aufbau der ersten Zelte vergingen gerade mal fünf Tage. Durch die gute Vernetzung der Verbände, sowie die unglaubliche Hilfsbereitschaft der unterschiedlichsten Menschen hat es hingehauen. Neben der gesamten Infrastruktur wie Zelte, Haus, Busse etc. halfen uns natürlich auch die (Sach-) Spenden enorm weiter.

Betroffene Familien konnten sich somit in den folgenden Wochen besser auf die Aufräumarbeiten konzentrieren und bereits zehn Tage nach dem Hochwasser besuchten erste Kinder und Jugendliche das Tagescamp im Naturfreundehaus am Laacher See. Täglich wurde das Angebot von bis zu 25 Kindern und Jugendlichen genutzt. Ein Fahrdienst, für welche der ASB mit Hilfe von Ford zwei Kleinbusse stellte, brachte die Teilnehmer täglich ins Camp und abends wieder zurück, sofern sie nicht übernachten wollten.


Hier ein paar Berichte aus dem Camp:

 „Wir wollten mit dem Tages-Camp den Kindern eine unbeschwerte Ferienzeit ermöglichen. Ein niedrigschwelliges Angebot mit Spiel und Spaß, inklusive Shuttle-Service und wer mochte, konnte auch übernachten und duschen. Also ein rundum-sorglos-Paket praktisch.“

„Nach der ersten Woche mit einer Handvoll Kindern, starteten wir mit weiteren Anmeldungen in die zweite Woche und wuchsen von Tag zu Tag. Viele haben uns gefragt, wie die Kids so drauf waren und ich muss ganz ehrlich sagen: Es war ein Zeltlager wie jedes andere - inklusive spielen, toben, lachen, streiten, Süßigkeiten, aufgeschlagene Knie etc. Uns ging es darum, dass die Kinder raus aus ihrem Alltag konnten, was uns auch gelungen ist. Dass die Ereignisse aber nicht spurlos an den Kindern vorbeigegangen sind, haben wir zum Beispiel daran gemerkt, dass ein paar Kinder Angst um ihre Sachen bekamen als es anfing zu regnen. Dennoch standen die Ereignisse rund um die Flut nicht im Fokus. Während des Camps standen wir aber in Kontakt zu Traumatherapeut*innen und Seelsorger*innen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Auch für den Fall, dass sich eine Situation ergibt, die professioneller Unterstützung bedarf“

„Mich hat die enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die Menschen in den betroffenen Regionen beindruckt und gezeigt, dass Solidarität nicht nur eine Worthülse ist. Und auch, dass wir als Verbände es in der Krisensituation geschafft haben spontan ein Zeltlager auf die Beine zu stellen. Das zeigt mir, wichtig Jugendarbeit ist und was wir können: Räume schaffen für Freizeit und Entfaltung. Gerade in Krisenzeiten, in denen die Belange junger Menschen oft hinten runterfallen, müssen wir gemeinsam laut werden.“